Der Verein

Die Nordstadt – ein besonderes Viertel in Wuppertal

Es kommt nicht selten vor, da sieht man eine Gruppe von Menschen durch die Elberfelder Nordstadt laufen. Immer wieder stoppen sie, vorneweg jemand, der hier und da Erklärungen abgibt. Es handelt sich nicht um eine politische Demonstration (die gibt es hier auch), nein es ist eine Reisegruppe, der die Besonderheiten unseres Viertels gezeigt werden. Oft sind es BewohnerInnen der anderen Stadtteile Wuppertals, manchmal auch Architekturstudent/innen aus anderen Städten. Die Elberfelder Nordstadt gehört schließlich zu den größten zusammenhängenden Altbaugebieten aus der Gründerzeit in Deutschland.

Gesellschaftliche Probleme machen vor der Nordstadt nicht halt

Das Leben auf dem Berg hat etwas Besonderes: Kleine Läden, viel Nachbarschaftlichkeit, viele Nationen, gelebte Vielfalt der Kulturen und lebendiges Miteinander. Warum können dann die Geschäfte – wenn überhaupt – nur mühsam überleben? Warum gibt es trotz aller architektonischen Schönheit Verelendung und soziale Brennpunkte? Diese Fragen hat sich unsere Initiative “Unternehmer/innen für die Nordstadt” gestellt und sich auf die Suche nach Antworten und Gegenkonzepten gemacht.

Wir sind Einzelhändler/innen, Dienstleister/innen, Wirtsleute, Handwerker/innen und Kulturschaffende: Wir sind Unternehmer/innen in der Nordstadt. Wir haben uns zusammengesetzt, um einem Trend in unserem Viertel entgegenzusteuern, der in der “Hauptstraße” aber auch in anderen Straßen der Nordstadt leider sehr ins Auge fällt. Viele der Geschäfte stehen immer wieder leer oder werden zur Vermietung angeboten. Vor nicht allzu langer Zeit konnten in der Nordstadt noch Pakete aufgegeben, Schuhe besohlt und Büromaterial gekauft werden. Weniger unternehmerisches Missgeschick, als die zunehmende Konzentrierung des Geschäftslebens in die Innenstadt, macht es vielen Einzelhändler/innen unmöglich, ihre Geschäfte weiter zu betreiben. Für viele Menschen, die hier im Stadtteil wohnen, erscheint es praktischer mit dem Quartiersbus ins Zentrum zu fahren, um dort alle Einkäufe zu erledigen. Dabei wird oft übersehen, dass die Wurst im Viertel gar nicht teurer ist als im Supermarkt im Zentrum, dass man die gesparte Wegezeit gut anders nutzen könnte und sei es, um mit der Nachbarin, dem Nachbarn zu plaudern oder eine Tasse Kaffee zu trinken.

Zum Beispiel: “Kunst statt Leere”

Wir können diesen Trend nicht stoppen, aber wir können Konzepte entwickeln, wie die Ladenlokale in Zukunft anders genutzt werden können. Die Aktionen “Straßenbilder – Kunst statt Leere” im Sommer und im Dezember 2003 und im Oktober 2004 machten dies beispielhaft deutlich: Zeitlich begrenzt stellten NordstadtKünstler ihre Arbeiten in den Schaufenstern aus und belebten damit das Ambiente. Und man sieht auch schon einen Erfolg: Viele der leeren Ladenlokale sind mittlerweile wieder vermietet.

Unternehmer/innen in der Nordstadt unternehmen was

Die Unternehmer/innen aus der Nordstadt wollen die Infrastruktur und die Lebensqualität im Stadtteil erhalten und fördern. Wir wollen Werbekonzepte, Projekte, Feste und Veranstaltungen planen und durchführen. Auf politischer Ebene wollen wir auf die notwendige finanzielle Förderung des Stadtteils aufmerksam machen und Fördermittel für eine integrierte Stadtteilentwicklung gewinnen.